Dass die Devise "Viele Köche
verderben den Brei ..." bei Soundtracks nicht immer
zutrifft, dürfte spätestens
seit
dem
anspruchsfreien Spaßmacher "The
Rock" bekannt sein. Und auch
mit "Antz" ist wieder ein hochklassiges
Multikomponistenwerk entstanden, welches getrost in den
CD-Player marschieren darf.
Der Score zeichnet sich vor allem
durch sein gelungenes Soundprovil aus, wodurch sich schon
"The Rock", "Crimson Tide" oder "Face/Off"
Bestnoten verdienten. Ein dunkler Chor, melodische
Bläser, dynamische Streicher, zahlreiche Synths und
eine Melodie mit ruhigen und actionreichen Momenten: Mal
militärisch, mal Lovestory.
John Powell und Harry
Gregson-Williams wissen zudem wie ungewöhnliche
Elemente aus Jazz und Funk platzieren werden können.
Außerdem sind mit den Tracks "The Antz Go Marching
To War" und "The Big Shoe" gewohnt solide actionreiche
Stücke geglückt, die bei der Begutachtung der
CD ein ganz heißer Anspieltipp sind. Wirklich
überraschend sind jedoch gerade die sensiblen,
ruhigeren Cues des Scores.
"The Death Of Barbados" ist ein Track, der packender und
treffender nicht hätte gestaltet werden können.
Kein großes Getöse, kein auf die
Tränendrüse drückender, großer
Orchesterschmalz.
Nein - eine sehr feine, wunderschöne Melodie
untermalt die tragische Szene im Film und sagt damit mehr
aus, als die Bilder zeigen können.
Insgesamt hat "Antz" eigentlich
fast alles, was ein guter Score haben muss und gerade
weil es eigentlich kein üblicher Zeichentrick-Score
ist, sollten auch Skeptiker etwas Mut fassen und einmal
in den Score hineinhören. Die zahlreichen
Anspielungen und Ähnlichkeiten mit den oben
genannten Projekten machen besonders viel Spaß.
Denn trotz Passagen, die für einige Hörer
oberflächlich gesehen auch genauso gut aus "The
Rock" oder "Face/Off" hätten stammen
können, bleibt "Antz" tatsächlich immer "Antz"
- und erst dies macht den Score zu einem wirklichen
Highlight.