Hans Zimmer LIVE IN CONCERT

 October 10 - Kuipke Hall - Ghent / Belgium

HANSZIMMER-ARCHIV "SPECIAL"   


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INTERVIEW MIT HENNING LOHNER

Für manche Cineasten ist er eher noch ein Unbekannter. Dabei hat sich Henning Lohner in der jüngeren Vergangenheit bereits in der Welt der Filmmusik einen Namen gemacht. Zu seinen Projekten zählt neben dem Score zum Til Schweiger Film "Der Eisbär" auch die Musik zur Bernd Eichinger Produktion "Der grosse Bagarozy". Lohner ist seit vier Jahren Komponist bei Media Ventures und nebenbei auch als Filmemacher aktiv.
Im Rahmen des Konzertes stand mir Henning am Tag nach dem Event im Ghenter "Sofitel Hotel" mit einem einstündigen Interview für "hanszimmer-archiv.de" zur Verfügung.
 

 

Media Ventures: Da kommt man schnell auf Hans Zimmer, Harry Gregson-Williams oder John Powell. Du bist noch relativ frisch dabei. Wie würdest Du Dich selbst musikalisch beschreiben ?

Da gibt es eigentlich nur einen Begriff: Rock'n'Roll. Dabei ist das meiste, was ich momentan mache, orchestral und symphonisch. Aber in der Essenz muss es schon Rock'n'Roll sein. Es gibt zwar in dieser Hinsicht noch keine hörbaren Beispiele, denn die bisher veröffentlichten Filme sind mehr oder weniger alle orchestral. Das wird sich aber ändern.
Ich bin seit vier Jahren bei Media Ventures und relativ spät nicht zur Musik, sondern zum veröffentlichen von Musik gekommen. Ich hab lange vor mich hin gebrödelt. Das wollte auch niemand hören, als ich noch in Deutschland war, oder zumindest hatte ich den Eindruck. Von daher hat sich ein sehr großer Katalog von Dingen angestaut, die aber alle noch nicht aufgearbeitet sind. Das wiederum erklärt sich daher, dass ich eigentlich Konzert-Musik mache. Bei den Anderen ist der Werdegang häufig so, dass sie aus der Werbung kommen, aus der Auftragsmusik, wo sie sich in jungen Jahren in die Szene reinschaffen und dann von der Werbemusik zum Fernsehen oder Film kommen. Das ist eine Richtung, die man so nimmt.
Dies ist bei mir nicht der Fall gewesen. Ich komme aus der zeitgenössischen Musik. Mein Lehrer war Iannis Xenakis in Paris, dann habe ich bei Karl-Heinz Stockhausen vier Jahre assistiert und kam danach zu Frank Zappa.
Also die umgekehrte Richtung: Von der total abstrakten, zeitgenössischen, klassischen Musik, immer stärker in Richtung einer Musik, die einerseits mehr weltumfassender ist, aber andererseits auch verständlicher. Und, ich hätte jetzt fast gesagt, kommerzieller. Das Problem ist nicht der Gegensatz von nicht kommerziell zu kommerziell. Aber die zeitgenössische Musik wird nicht sehr viel gehört. Und es war mir schon wichtig, irgendwann mal in einem Genre zu arbeiten, wo man Gehör bekommt, wo man gehört wird: die Filmmusik. Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass ich zu Hans Zimmer gekommen bin. Dies hat wieder einen ganz anderen Werdegang - aber wenn du mich fragst "wie würde ich meine Musik beschreiben", dann ist es der Wunsch und irgendwann auch die Realität: Rock'n'Roll.

Besteht hier auch der spezielle Zusammenhang mit Media Ventures, da viele der Komponisten ihre Ursprünge in diesem Bereich haben. Gibt es einen bestimmten Grund, der dich gerade zu Media Ventures verschlagen hat?

Ja, diesen bestimmten Grund gibt es ganz klar - und das ist unser Hans (lacht). Diese Gründe sind aber nicht notwendigerweise musikalisch. Wir haben uns kennengelernt, und es war ihm klarer als mir, dass ich zu dieser Gruppe gehöre. Das hat er zu meiner Überraschung auch so formuliert, war aber sehr locker dabei. Ich dachte, der macht einen Witz. Ich bin dann auch nicht sofort nach Media Ventures gegangen. Ich habe das gar nicht richtig ernst genommen und es zunächst mehr als eine Freundlichkeit empfunden. Aber wir sind dann schnell, sehr eng in Kontakt geblieben. Ich habe ihn nach unserer ersten Begegnung häufig besucht, und wir haben viel telefoniert, was für ihn nicht so gewöhnlich ist, wie ich später feststellen konnte.
Drei Jahre später habe ich ihn dann gefragt, wie er es damals gemeinte. Und er sagte, dass sich nie etwas dran geändert hätte. Dann bin ich drei Jahre später - 1996 - zu Media Ventures gekommen. Dies hatte aber wirklich rein persönliche Gründe, die dann wiederum dazu geführt haben, dass ich wirklich zum ersten Mal in meinem Leben mich gewagt habe Musik zu veröffentlichen. Das hat fast alles etwas mit Hans zu tun. Dass er mich in einem entscheidenden Moment in meinem Leben unterstützt hat.

Media Ventures bringen einige Kritiker immer mit einem bestimmten Stil der Filmmusik zusammen ...

 ... das sind Leute, die nicht richtig hören können.

Ein Höhepunkt war in diesem Zusammenhang sicherlich auch der Score zu "The Rock" ...

 Ja, aber das ist trotzdem ein Problem der Leute die das hören. Wenn man sich dafür interessiert, könnte man vielleicht ein bisschen die Eitelkeiten weglassen und ein bisschen genauer hinhören. Also durch die Eitelkeiten und Egos hindurch. Dann merkt man, dass Dinge zunächst ganz ähnlich aussehen - wie zwei Blätter. Wenn man aus der Entfernung einen Baum anguckt, sehen die Blätter alle gleich aus. Aber wenn man genau hinguckt, ist das eine Blatt schon ganz anders als das andere. Und zwar so anders, dass es unverwechselbar anders ist. So ist es auch mit dieser Musik.
Also wenn ich mich hinsetze und mir "The Rock" anhöre, dann höre ich Harry, dann höre ich Hans und dann höre ich Nick Glennie-Smith - und auch noch andere Dinge. Aber wenn das für andere Leute zu undifferenziert ist, dann sollen die sich noch mal hinsetzen und vielleicht - wie Hans jetzt sagen würde - "Musik studieren". (lacht)
Nun, Hans hätte das sicher jetzt nicht so gesagt, aber ich lege ihm das jetzt einfach mal in den Mund. Ich rege mich immer ein bisschen über Leute auf, die Dinge nicht zu hören meinen. Ich habe nichts dagegen, wenn Leute etwas hören oder glauben zu hören. Aber was mich stört ist, wenn Leute glauben das nicht zu hören ...

... es ärgert einen also als Komponist ?

Mich ärgert das überhaupt nicht. Die können von mir aus denken, was sie wollen.

Ich nenne mal ein weiteres Beispiel. Harry (Gregson-Williams) und John (Powell) haben vor ein paar Jahren den "Antz" Score rausgebracht. Von vielen Seiten hieß es sofort: "Klingt wie ein Zimmer-Score". Da ist der Chor und bekannte andere Elemente ...

Das ist alles ziemlich oberflächlich. Wenn ich dir Beethoven's letztes und vorletztes Streichquartett serviere oder vielleicht noch ein Schubert Streichquartett, möchte ich wissen, ob du schnell sagen kannst, was der Beethoven und was der Schubert ist.
Dies wäre noch viel gravierender, wenn man das nicht auseinander halten könnte. Also ich kann nur sagen, da machen sich die Leute die falschen Gedanken.

Aber worauf führst du das zurück?

Ich führe es darauf zurück, dass die Leute nicht richtig zuhören. Ich führe das nicht auf uns zurück.
Was ich allerdings sagen werde ist, dass auf Grund der Tatsache, dass wir alle befreundet sind, es sich logischerweise wie in einer Fußballmannschaft Ähnlichkeiten ergeben, die aber auf Grund der Tatsache bestehen, dass z.B. der Ball rund ist.
Und ich hab den Eindruck, dass diese Kritiker - ich bekomme es schon ab und zu mit - meinen, dass man mit einem quadratischen Ball spielen muss. Aber der Ball ist nun mal rund und daran lässt sich nichts ändern. Und die Mannschaft läuft normalerweise in eine Richtung.

Inwieweit berühren euch oder speziell auch dich Kritiken. Wenn du irgendwo einen Veriss oder auch eine ziemlich euphorische Reaktion liest. Beeinflußt das einen für das nächste Projekt?

Das hängt vom Inhalt ab. Allerdings sind solche Kritiken selten fundiert. Unter 100 Kritikern die veröffentlichen, gibt es immer einen, der wirklich was schreibt. Und das merkst du auch sofort, wenn der das getroffen hat. Ob jemand euphorisch ist, oder kritisch, du merkst sofort, ob das Ding Hand und Fuß hat. Das hat nicht immer was damit zu tun, was da geschrieben steht, sondern du merkst es zwischen den Zeilen.

Du hast lange Zeit in Deutschland gearbeitet und nichts veröffentlicht. 1998 kam dann "Der Eisbär" zusammen mit Klaus Badelt. Eine CD mit zwei Score-Tracks ist erschienen. Wie siehst du diese Kooperation heute, war es etwas besonderes an diesem Projekt zu arbeiten?

Es war in jeder Hinsicht etwas besonders. Klaus ist einfach ein phantastischer Mensch, großartiger Freund und unglaublicher Musiker. Ich habe von vielen Leuten gelernt. Zappa, Stockhausen, Xenakis und natürlich vor allem Hans, aber eben auch Klaus. Obwohl er zehn Jahre jünger ist als ich. Der Typ ist einfach genial. Ich kann eigentlich kein Klavier spielen, ich spiele Gitarre und das auch nicht so wahnsinnig gut. Ich kann Akkorde und was man halt machen muss, um Computer zu bedienen.
Wir hatten beide damals noch keinen richtigen Raum bei Media Ventures, dass war alles im Umbruch. Die schönsten Momente waren eigentlich die, wenn er dann herein kam und mit mir zusammen die Akkorde griff. Ich den einen Akkord und er dann den nächsten. Das sind die schönsten Momente gewesen.

Ist das vielleicht auch das Geheimnis von Media Ventures: Das Zusammenspiel verschiedener Komponisten?

Denke ich mal, obwohl die meisten ja für sich arbeiten. Auch die Sache mit Gavin (Greenaway), der jetzt bei mir nebenan sitzt - etwas wunderbares. Ein weiteres Genie, ich benutzte das Wort normalerweise nicht so häufig, aber der Typ ist die Sensation.
Für mich ist es phantastisch, daneben zu sitzen und zu wissen, dass, wenn mir etwas nicht gelingt, ich mal schnell fragen kann. Dadurch, dass ich viele Jahre nichts veröffentlicht habe, ist es eine Sache etwas zu können, eine andere Sache es wirklich zu beherrschen und wie Zappa immer sagte, im "muscle memory" zu haben. Und das dauert normalerweise. Die anderen Leute haben diese Erfahrung. Dadurch, dass ich so lange nichts gemacht habe, muss ich das alles nachholen. Dies geht halt bei Media Ventures zehnmal so schnell, als sonst wo auf der Welt, weil ich Leute wie Klaus, Gavin, Harry oder Hans habe, die mir da sehr viel geholfen haben.
Aber es ist eine echte Kooperative. Die ganze Idee von Ghostwriting, ist großer Quatsch. Da gibt es die interessantesten Gerüchte. Es gibt die eine oder andere Ausnahme, wo aus der Not heraus irgend etwas gemacht wurde, was dann nicht "gecreditet" wird. Aber in der Regel ist Hans außerordentlich großzügig im verteilen von diesen Credits, die den Leuten zustehen. So habe ich das jedenfalls bisher erlebt.

Speziell ist mir das zuletzt beim Score zu "Mission: Impossible 2" aufgefallen, wo die "M:i-2 Band" im Booklet erwähnt wurde. Viele können damit aber nicht viel anfangen. Haben die jetzt alle was geschrieben, waren sie nur als Musiker beteiligt. Das ist bei vielen Scores so ...

Aber was spielt das denn für eine Rolle, wenn die Musik gut ist?
Ich sammel antike Teppiche: Das waren irgendwelche armen Bauern, die diese Dinger hergestellt haben. Und, wie heißen die? Das weiss heute kein Mensch mehr. Macht es den Teppich deswegen schlechter oder besser?
Man kann einen Star gut finden aus verschiedenen Gründen und dazu gehört auch das musikalische. Aber das umgekehrte funktioniert nicht. Du kannst nicht irgendeine Musik gut finden, nur weil der Typ ein Star ist.
Ich sage dir was, ich finde die Musik von Howard Carpendale gut, weil mir der Typ sympathisch ist. Ich habe den kennengelernt. Ich war mal mit dem auf Tournee. Und ich habe ihn 20 Jahre im Fernsehen gesehen und gedacht: "Um Gottes Willen, was ist das für eine Schleimbacke." Dann habe ich ihn kennengelernt und wir haben ein paar Wochen zusammen verbracht. Und dann denkst du "Hoppla".
Aber Musik ist Musik und so muss es eigentlich erst mal immer bleiben. Ich weiß, dass es alles irreal ist, was ich jetzt sage, aber eigentlich müßte die Musik von Hans gestern im Konzert die gleiche Wirkung haben, ohne dass er selber auf der Bühne gestanden wäre. Ich vermute, dass die Wirkung nicht ganz die gleiche gewesen wäre, aber eigentlich müsste sie es sein. Aber das stimmt natürlich so wiederum nicht, weil zu solch einem Event Sachen dazu gehören ...

... gerade beim gestrigen Konzert hat man ja gesehen, dass halt nicht nur Hans der Star ist. Es gab genauso den Einzelapplaus für Lebo M., Lisa Gerrard oder John Powell.

Das stimmt allerdings. Wenn man mal überlegt. Die meisten von uns kennen das ja. Man fährt im Auto und hört im Radio ein Stück. Man weiß nicht von wem es ist und sagt "oh, das ist gut". So muss es sein. Und dann kann man vielleicht noch bis zum Schluss hören: "Wer war'n das?". Aber umgekehrt geht es nicht. Hans Zimmer - oh, deshalb finde ich jetzt alles gut.
Dabei - ich würde jetzt fast sagen, es ist alles gut. (lacht)

Zurück zu dir, du wirst jetzt am neuen Ridley Scott Film "Hannibal" am Score beteiligt sein?

Ja, das ist angedacht. Allerdings fürchte ich, dass das nicht hinhaut, weil ich dieses Konzert vorbereitet habe. Ich arbeitete seit Jahren - und das wird am 20. November mehr oder weniger seinen Abschluss finden - an einer Stummfilmmusik. 100 Minuten Musik zu einem alten Stummfilm. "Orlacs Hände": Restaurierte Fassung - deutscher Stummfilm. Hans kann's schon nicht mehr hören - zu recht.
Ich wollte das eigentlich bis jetzt fertig haben und hatte mir den Sommer dafür vorgenommen. Aber die letzten drei Monate war dieses Konzert absolut 18 Stunden am Tag. Meine Frau ist extra drei Wochen nach Deutschland geflogen, weil ich sie nicht sehen konnte. Weil ich von morgens bis abends 18 Stunden am Tag dieses Konzert organisiert habe. Wirklich alles: Vom musikalischen, den Details der Musik mit Gavin zusammen, bishin zu "wer kocht wann Kaffee". Heute morgen auch wieder: Lebo steht plötzlich um sieben Uhr hier unten - wir waren alle erst um vier im Bett - und sagt "wo ist denn mein Wagen, ich muss jetzt zum Flughafen." Da stellt sich heraus, der fährt einen Tag früher. Glücklicherweise hatten wir das angemeldet, dass war alles organisiert, aber er war trotzdem nervös. Dann bin ich eben kurz mal schnell um sieben Uhr runter und habe den Mann verabschiedet.
Lange Rede kurzer Sinn: Der Plan war, meinen Stummfilm fertig zu haben und Hans dann bei "Hannibal" zu helfen. Mein Plan jetzt im Moment ist so schnell wie möglich "Orlac" fertig zumachen. Und dann - es wie ein Wettrennen - sofern er nicht schon damit fertig ist, bei "Hannibal" noch ein bisschen mitzuhelfen. So ist es momentan angedacht und auch besprochen.

Macht es dich - um auf das Konzert zurück zu kommen - auch ein wenig stolz, dass so eine positive Reaktion kam, speziell wenn man soviel Arbeit investiert hat?

Ja, klar. Mehr als das. Das ist insgesamt schon phänomenal. Die Reaktionen waren die, die wir uns erhofft hatten. Wir hatten auch nicht viel weniger erwartet. (lacht) Aber Erwartungen können ja auch enttäuscht werden. Von daher ist es optimal gelaufen. Es zeigt, dass Hans ein Gespür dafür hat. Am Anfang habe ich gedacht "was für ein Kraut und Rübenzeug". Die "Lion King" Sachen, dann die großen Orchestersachen. Und es funktioniert aber eben doch und das liegt an Hans. Er hat dafür eine bestimmte Begabung, das im Ablauf so zu arrangieren. Wir haben es natürlich auch häufig besprochen.

...war es schwierig, die einzelnen Solisten für das Konzert zu begeistern?

Es war nicht schwierig die einzelnen Solisten für das Konzert zu begeistern, es war schwierig sie nach Gent zu kriegen. Buchstäblich. Lebo und Lisa haben so komplizierte Verpflichtungen und Zeitpläne, dass selbst wenn man da ein halbes Jahr vorher drangeht, sich alles ständig ändert. Und bei Lisa: Wenn ihr Flieger Verspätung gehabt hätte, oder sie hätte ihn verpaßt, und sie wäre einen Tag später hier gewesen. Die wohnt da draußen im australischen Busch, also das ist alles nicht ganz einfach. Natürlich, jeder wollte mitmachen und das war auch schön so.

Was hast du dir noch für die Zukunft vorgenommen. Gibt es ein Wunschgenre, in dem du einmal tätig werden möchtest?

Ich möchte gerne Rock'n Roll schreiben. Gute Groove-Musik sozusagen, das ist das Ziel. Aber so ist das immer, in jeder Lebenslage. Der Weg ist das Ziel, man ist sozusagen immer dabei.
Jetzt nicht unbedingt die Sachen, die da auf den deutschen Soundtracks veröffentlicht sind, die innere Haltung ist zunächst mal Rock'n Roll.
Dann möchte ich sehen, dass es immer stärker auf eine Essenz so einer Geschichte zuläuft. Was immer das dann ist, es kann durchaus sehr orchestral oder sehr ethnisch sein, darum geht es nicht. Es geht um dieses Feeling, diesen Druck, der dahinter ist. Das heraus zu arbeiten, das ist mein Wunsch. So einen emotionalen Druck, der nach vorne geht. Was die Zukunft angeht, die ist einfach mit Media Ventures verbunden. Ich werde jetzt natürlich auch amerikanische Filme machen. Das nimmt so alles seinen Weg. Mit Hans werde ich in irgend einer Form immer verbunden sein. Ich für mich persönlich werde immer Konzert und Filmmusik machen und da gibt es einen sehr guten Grund für.
Wenn man Musik alleine schreibt, hat man oft keinen Grund etwas zu überdenken oder an irgend etwas zu feilen. Wenn man Konzertmusik schreibt, die keinen Zweck hat, dann kommt man sehr häufig in seine eigenen Eitelkeiten hinein. Weil es niemanden gibt, der einen kontrolliert, der einen gute Ratschläge gibt, der sagt: "Pass mal auf, das ist jetzt aber ein bisschen doof ... ". Es gibt keinen Grund, du kannst schreiben was du willst. Dies ist aber nicht gesund und deswegen diese Geschichte mit der Filmmusik - da kann man zwar nicht schreiben was man will, aber man hat sehr gesunden Austausch mit Leuten, die gut empfinden und die einem sagen können "ja, so ist es nicht ganz gut, hier könnte jetzt etwas mehr ..." . Das ist wahnsinnig wichtig, im übrigen oft sehr unterschätzt, diese Wirkung von Gemeinschaftsarbeit in einer Filmproduktion zwischen Regisseur, Produzent und Komponist. Und deshalb möchte ich mir diese beiden Dinge erhalten: Konzertmusik und Filmmusik. In der Filmmusik kann man normalerweise machen was man will. Du kannst Rock-, Pop-, klassische oder afrikanische Musik machen. Kannst machen was du willst.

Wird es in Zukunft noch eine Neuauflage eines solchen Konzert-Events geben?

Das hoffen wir sehr. Hans möchte natürlich momentan nicht daran denken, am ersten Tag danach. Das verstehe ich sehr gut. Aber die ganze Band möchte das gerne auf Tournee bringen. Es wird sicherlich ein paar Jahre dauern, aber jetzt sind erst mal die Partituren da, die Stimmen sind da, es hat ein Vermögen gekostet und da sollte man irgendwann sicherlich noch was mit machen. Jetzt hoffen wir erst mal, dass die CD gut wird.

Besteht dafür schon ein Veröffentlichungsdatum ...

Nein.

Einen Videomitschnitt wird es auch geben ?

Das wissen wir noch nicht. Es gibt ja, wie du gesehen hast, einen Videomitschnitt, aber ob der veröffentlicht werden kann oder wird, wissen wir noch nicht. Dass die CD erscheinen wird ist sicher.

 

(c) 2000 hanszimmer-archiv.de

Geführt von Dirk Hein mit Henning Lohner am 11.10.2000 im Sofitel Hotel in Gent / Belgien

 
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