hanszimmer-archiv.de

 

 

CD-Reviews

 

The Road to El Dorado

Score composed by Hans Zimmer and John Powell

Songs by Elton John and Tim Rice

                     

 

                                  
Track
Titel               
Interpret
Bewertung

1.

El Dorado

Elton John

   

2.

Someday out of the Blue

Elton John

     

3.

Without Questions

Elton John

   

4.

Friends never say Goodbye

Elton John

   

5.

The Trail We Blaze

Elton John

   

6.

16th Century Man

Elton John

   

7.

The Panic in me

Elton John / Hans Zimmer

     

8.

It's Tough to be good

Elton John

   

9.

Trust me

Elton John

   

10.

My Heart Dances

Elton John

   

11.

Queen of cities

Elton John

   

12.

Cheldorado

Hans Zimmer

     

13.

The Brig

Hans Zimmer

     

14.

Wonders of the new world

John Powell

   

 

 

Songs weisen den Weg zum Goldschatz

CD-Rezension von Dirk Hein

 

Wie stelle ich mit möglichst geringem Aufwand, eine möglichst gewinnbringende Soundtrack-CD zusammen?

Diese, oder eine ähnliche Frage müssen sich die klugen Köpfe bei Dreamworks Records gestellt haben, denn anders ist eine wirklich sensationelle Mischung aus 11 Songs und nur drei Scoretracks nicht zu erklären.
Vielleicht liege ich aber auch ganz falsch und diese CD sollte auch gar kein Soundtrack werden, sondern nur das nächste Elton John Album, welches rein zufällig auf einen Animationsfilm zugeschnitten ist. Verblüffend - Denn so wäre auch zu erklären, dass die CD den Titel "Elton John's The Road to El Dorado" trägt. Nun, kleine Schönheitsfehler, wie etwa die drei orchestrale Tracks, die nun gar nichts mit Elton John zu tun haben, wurden auf dem Back-Cover ja eh lieber nicht erwähnt. Dort gibt es eine - in einem kaum lesbaren Schriftgrad gefaßte - kurze Anmerkung über den Score-Produzenten. Ein gewisser Hans Zimmer wird hier gemeinsam mit Gavin Greenaway erwähnt. Dies ist zumindet nach dem aufziehen der Lesebrille zur Kenntnis genommen. Aber um nicht auch den letzten Zweifel zu beseitigen, dass diese CD mit Musik, nein Songs von Elton John bestückt ist, wurde noch ein überdimensionales Portrait vom Selbigen auf die Rückseite der CD gepappt.

Mit Sicherheit ist mit dieser Zusammenstellung mehr Geld zu verdienen, jedoch sollte man bedenken, dass auch bei "The Lion King" mit einer bedeutend ausgewogeneren Mischung aus Score und Songs einer der erfolgreichsten Soundtrack-CDs aller Zeiten produziert wurde. Und selbst wenn man unbedingt Elton John's Songs als unverzichtbaren Beitrag zum Film in dieser Form würdigen muss, wäre es doch sinnvoll gewesen, dann wenigstens den Score auf einer separaten CD zu veröffentlichen. Bei anderen Projekten mit großer Anzahl von Songs ist dies doch schon plausibel vorgemacht worden.

Genug des Ärgers, denn an der Qualität des Scores kann es jedenfalls nicht liegen, dass dieser so spärlich auf der CD Platz fand.
Die zwei Hans Zimmer's Tracks sind ruhige, mit südamerikanischen und Flamenco-ähnlichen Einflüssen gespickte Musik, die wir in dieser Form noch nicht aus der (elektronischen) Feder Zimmers gehört haben.
Dabei verzichtet er auf Synthesizer und setzt statt dessen auf klassische musikalisch Komponenten. Die Musik passt nicht nur glänzend in die Geschichte, sondern klingt auch noch entspannend und zwangsläufig auch ein wenig nach dem letzten Urlaub in wärmeren Gefielden.

Im Gegensatz zu Zimmer, setzt John Powell in seiner Suite auf die für ihn erwarteten musikalischen Melodien und Instrumente. Ein großes Orchester, Synthesizer und ein dunkler Männerchor verbunden mit einem großem Thema lassen den Media Ventures Fan schnell in Begeisterung ausbrechen. Dabei bleibt eine Verbindung oder Ähnlichkeit mit seinem Antz-Track "The Antz Go Marching To War" nicht aus. John Powell schafft es jedoch mit dieser Musik einen dynamischen, schnellen aber trotzdem abwechslungsreichen Track beizutragen, der immer "John Powell" bleibt, aber auch hervorragend mit den Einflüssen von Hans Zimmer harmoniert.

Elton John's Songs sind für seine Fans sicherlich lohnenswert und so ist der eine oder andere Song auch wirklich mehr als nur hörenswert, wie z.B. die Kombination mit einem Hans Zimmer Thema ("The Panic in me") , doch schmerzt die Tatsache, dass die Songs den Platz für weitere Scorestücke belegen. Denn der Score ist abwechslungsreich und schlägt damit die Songs damit um Längen.

 

Hintergrund: Die Soundtrack-Scheibe läuft unter dem Titel "Elton John's Road to El Dorado" und enthält somit leider nur drei Scoretracks, sowie einen Song an dem Hans Zimmer beteiligt ist. Dafür wurde allerdings sein Thema aus dem Track "Cheldorado" verwendet . Bei seinem Scoretrack "The Brig" kooperierte Zimmer mit der Musikern von Triology, bei "Cheldorado" mit Heitor Pereira, mit dem er schon für "Mission Impossible 2" und "Gladiator" gemeinsam "werkelte".

Dirigiert wurde der Score von Gavin Greenaway - der auch zusammen mit Hans Zimmer den Score produzierte - und Rupert Gregson-Williams, Bruder von Media Ventures Komponist Harry Gregson-Williams. Als technische Music Advisor fungierten unter anderem Geoff Zanelli und Klaus Badelt, der jüngst für Gladiator mit Zimmer komponierte.

John Powell, mit dem Zimmer 1999 auch für die Musik zum Actionfilm "Chill Factor" kooperierte, steuerte den Track "Wonders of the new world" bei. Diese Suite setzt sich aus den Stücken "Shibalba" ,"Save El Dorado" und "The Ball Game" zusammen. Der Elton John Song-Track "It's Tough to be good" ist ein Duett mit Randy Newman (A Bugs Life, Toys Story 2).

In der amerikanischen Originalfassung leihen die Hollywoodschauspielern Kevin Kline und Kenneth Branagh den beiden Hauptcharakteren des Animationsfilms ihre Stimme.

   

 

BEWERTUNG
4 von 6 Punkten

   

 

 

 Zurück zur Hauptseite