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CD-Reviews

 

Gladiator

Score composed by Hans Zimmer and Lisa Gerrard

Additional Music by Klaus Badelt and Jeff Rona

 

 

Track
Titel
Spielzeit
Bewertung

1.

Progeny

2:13

2.

The Wheat (by Lisa Gerrard)

1:03

3.

The Battle

10:03

4.

Earth

3:01

5.

Sorrow (by Klaus Badelt & Lisa Gerrard)

1:27

6.

To Zucchabar

3:16

7.

Patricide

4:08

8.

The Emperor is Dead (by Klaus Badelt & Lisa Gerrard)

1:22

9.

The Might of Rome

5:18

10.

Strength and Honor

2:10

11.

Reunion (by Klaus Badelt & Lisa Gerrard)

1:14

12.

Slaves to Rome

1:01

13.

Barbarian Horde

10:33

14.

Am I Not Merciful?

6:33

15.

Elysium (by Klaus Badelt & Lisa Gerrard)

2:42

16.

Honor Him

1:20

17.

Now We Are Free

4:14

 

 

 

Hintergrund
 

Eine Score-CD mit Chartqualität: Eine echte Seltenheit, höchst erfreulich, dass sich der Gladiator nicht nur an den Kinokassen, sondern auch in den Album-Hitlisten behaupten konnte. Die australische Musikerin Lisa Gerrard war an insgesamt sechs Tracks beteiligt und ist außerdem in zahlreichen Vocalpassagen zu hören.
Weitere zusätzliche Arrangements und Kompositionen stammen vom noch relativ neuen deutschen Media Ventures Komponisten Klaus Badelt, der in Deutschland unter anderem mit Musik zweier "Tatort"-Folgen, der Serie "Peter Strohm" oder dem Till Schweiger Film "Der Eisbär" (gemeinsam mit Henning Lohner) zu hören war. Der Track "Now we are free" wurde von Hans Zimmer, Lisa Gerrard und Klaus Badelt geschrieben. Bei "To Zucchabar" wirkte neben Hans Zimmer auch Djivan Gasparyan (ein Meister auf dem Duduk aus Armenien) mit zusätzlicher Musik mit. Dirigiert wurde der Score erneut von Gavin Greenaway, produziert von Hans Zimmer und Klaus Badelt.
Jeff Rona komponierte zusätzliche Musik, die allerdings nicht auf der CD zu hören ist. Bei seinen Arrangements handelt es sich um ursprüngliche "Source" Musik für den Film, wie z. B. Römische Straßenmusik, die im Filmverlauf zu hören ist. Außerdem performte und improvisierte er die ethnischen Flöten-Parts. Mehr als 60 Minuten Score wurde von Decca Records veröffentlicht, später folgte noch die CD "More Music From Gladiator" mit unveröffentlichten Cues. Weitere Infos in unserem
Gladiator-Special.

 

 

CD-Kritik
 

Synthesizer im alten Rom? - Schon vor dem offiziellen CD-Starttermin gab es im Internet drei Clips zum Download. Grund genug für diverse "Kritiker" schon vorab in Panik zu geraten. Wie kann, in einem historischen Sandalenfilm nur der Synthesizer als musikalisches Mittel eingesetzt werden.

Vielleicht hätten diese doch lieber etwas warten und die komplette CD hören sollen. Was hier nämlich in Sachen "Synthesizer" geboten wird, ist kein zweiter "Broken Arrow" oder "Chill Factor", sondern ein feiner und eher unauffälliger Einsatz, der in das musikalische Gesamtbild des Scores passt. Wie so oft viel Getöse um (fast) nichts: Damit aber auch genug zum Thema Synthesizer, denn der "Gladiator" Score hat einiges mehr zu bieten. Bei aller Treffsicherheit fällt kleinlichen CD-Konsumenten bei "Gladiator" doch eine Ähnlichkeiten zu Zimmer's "Peacemaker" Score auf. Auch mit "The Thin Red Line" (speziell Track 10 ) könnte man vielleicht eine musikalische Verwandtschaft unterstellen.

Außer diesen Einflüssen teilt sich der Score ansonsten in zwei ganz verschiedene Bereiche auf. Zum einen gibt es eine Reihe von melodischen, jedoch sehr ruhig und sensiblen Passagen und zum anderen die kräftigen und dramatischen Klänge, mit einer Reihe von groben und kantigen Themen, die mit ihrer martialischen Ausstrahlung somit perfekt in die Szenerie passen. Besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang die Tracks "The Battle" und "Barbarian Horde", die beide dramatische Klänge mit massiven, orchestralen Einsatz verbinden.

Gleich zu Beginn des Tracks "The Battle" gibt es ein für Hans Zimmer fast schon typisches Thema, welches gar ein wenig an "Crimson Tide" erinnert und im Film recht häufig Verwendung fand. Lisa Gerrard und Klaus Badelt's sehr kurze Stücke zeichnen sich durch eine seichte, ruhige Klangkulisse und Lisa Gerrard's Vocal Performence aus. Und die wirken nicht nur im Film. Auf der CD unter anderem zum Beispiel auch als perfektes Bindeglied der einzelnen Tracks, die wie schon bei "Crimson Tide" ohne Pause in einander übergehen.

Während im Kino die Legionen aufmaschieren und die Löwen in der Arena brüllen, regiert das Komponisten-Trio Zimmer/Gerrard/Badelt in den CD-Playern: Eine überzeugende Arbeit und unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Fans. Gerade weil es kein Score geworden ist, der zwanghaft nach Jerry Goldsmith oder Miklos Rozsa klingt (der nebenbei gelungene Vorgänger lieferte; vgl. "Ben Hur"), gerade deshalb kann diese Musik überzeugen. Denn auch Ridley Scott's Inszenierung beinhaltet eher eine moderne Interpretation des Themas und dies greift auch der Score so auf.

Wer schon mit den zahlreichen vorherigen Zimmer-Projekte nicht viel anfangen konnte, wird auch mit "Gladiator" kaum bedient werden, und auch wenn der Score deshalb durchaus kontroverse Meinungen hervorruft, passt das gesamte Erscheinungsbild sehr gut in den Film. Allein für den Track "The Battle" wäre ein Kauf dieser CD schon lohnenswert ...

  

 

 

 
Gesamtbewertung
5 von 6 Punkten

 

 

 

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