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 CD-Reviews

 

 

Mission: Impossible 2

Score composed by Hans Zimmer

Additional Music by Klaus Badelt, Jeff Rona, Heitor Pereira, Mel Wesson

 

                     

Track
Titel
Spielzeit
Bewertung

1.

Hijack

4:09

2.

Zap Mama "Iko-Iko"

3:23

3.

Seville

4:32

4.

Nyah (Film-Version)

2:20

5.

Mission: Impossible Theme

0:39

6.

The Heist

2:22

7.

Ambrose

2:37

8.

Bio-Techno

1:42

9.

Injection

4:49

10.

Bare Island

5:30

11.

Chimera

1:42

12.

The Bait

1:00

13.

Mano a Mano

4:22

14.

Mission: Accomplished

1:44

15.

Nyah and Ethan

5:05

 

 

 

Hintergrund

 

Nachfolger gesucht: Nachdem Danny Elfman zum ersten Teil von "Mission: Impossible" den Score komponierte, tritt nun Hans Zimmer in dessen Fußstapfen.
Unterstützt wurde er dabei von einer Reihe bekannter Namen: in der "Mission: Impossible 2"-Band spielen unter anderem mit Klaus Badelt (Gladiator, Der Eisbär), Nick Glennie-Smith (The Rock, Der Mann in der eisernen Maske), Lisa Gerrard (Gladiator), Jeff Rona (White Squall, The Fan) oder Heitor Pereira (The Road to El Dorado) zahlreiche Media Ventures Mitglieder und vorherig kooperierende Musiker.
Der Track "Nyah" konnte bereits schon auf dem Song-Sampler begutachtet werden, der vor dem Filmstart erschienen ist - der jedoch hier in eine andere Version arrangiert wurde.
Die "M:I-2"-CD produzierte Hans Zimmer persönlich, der Chor wurde von Gavin Greenaway arrangiert und dirigiert, orchestriert von Bruce Fowler.
Veröffentlicht wurde der Score 2000 von edel/Hollywood Records - 45:52 min dauert die Mission.

 

 

CD-Kritik

 

Gibt es wirklich den typischen Hans Zimmer Score ? Für manche ein rotes Tuch, denn: Über Stil und öberflächliche Hörgewohnheiten lässt sich schließlich streiten. Trotzdem: Das ein oder andere Markenzeichen muss er trotzdem hinterlassen haben. Anders kann kein Komponist eine populäre Karriere aufbauen.

Bei Zimmer ist es immer wieder Action, die zahlreiche Fans in Verzückung versetzt. Die Folge: Der Name Hans Zimmer wird oft nur mit kraftvollen Themen in Verbindung gebracht. War es Anfang der 90er Jahre die Musik zum Ridley Scott Streifen "Black Rain" oder mit "Crimson Tide" und "The Rock" die auffälligen Themen mit schmachtenden Vocalchor, so überraschte Zimmer bei "The Thin Red Line" mit eher ungewöhnlich sensiblen Klängen. Nachdem mit "Gladiator" zuletzt wieder kräftiges Kanonenfutter präsentiert wurde, geht er mit "M:i-2" einen anderen Weg, als man - mit jeder Menge (Action-) Vorurteile im Kopf - erwarten konnte.

Wie auch schon die Songs, die auf einem separaten Song-Album erschienen sind, zeichnet sich der Score durch sehr E-Gitarren lastige rockige, fast schon mit Elementen aus dem Heavy Metal und Grunge Bereich bestückten Klängen aus.
Angereichert wird dieses rohe Klangpacket mit einer Reihe von elektronischen Instrumenten und Synthesizern, wobei es im geringen Maße Ähnlichkeiten (hoppla: jetzt packen wir mal selber das Schubladendenken aus) zu Zimmer's "The Fan" Score gibt. Zimmer's Interpretation von Lalo Schifrin's "Mission Impossible" Thema kracht dann auch mit Hard-Rock Elementen recht frisch und innovativ - bleibt jedoch ein nur in Verbinung mit dem Filmkonzept eine wirklich passende Komponente. Denn: Sensibel wird's hier nicht mehr.

Doch was ist das: Einige Tracks präsentieren ein Flamenco und Latein-amerikanisches Feeling, die zum Teil in Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Heitor Pereira entstanden sind und deshalb auch ein wenig in Richtung "The Road to El Dorado" tendieren (Pereira steuerte hierfür ebenfalls einige Cues bei).

Auf einen dunklen Männerchor muss nicht verzichtet werden. Allerdings ist dabei der Einsatz nicht derartig auf die epischen Themen fixiert (die gibt es hier nämlich gar nicht) und darum auch kaum oder gar nicht mit "The Rock" oder "Crimson Tide" vergleichbar. Ganz lustig: Zimmer baute den Song "Iko-Iko" vom Tom Cruise Klassiker "Rain Man" (dessen Score auch Hans Zimmer komponierte), in einer "etwas" geänderten (Text-) Fassung in den Film ein.

Lisa Gerrard, die auch schon bei "Gladiator" mit ihren Vocals mitwirkte, steuerte diese auch für einige "M:I-2"-Tracks bei. Dabei erinnert dies zwangsläufig an ihr "Gladiator" Beitrag, was wir aber für die Qualität des Scores nur positiv vermerken, denn gerade der Track "Injection" ist ein hörenswertes Highlight der CD.

Dieser eher ungewöhnliche Hans Zimmer könnte einigen Fans beim ersten hören vielleicht etwas seltsam vorkommen. Zwar geht Zimmer mit dieser CD nicht an das Limit seines Talents, doch herausgekommen ist ein ordentliches Stück moderner Filmmusik. Wer nicht mit dem Vorurteil, Synthesizer und rockige E-Gitarren mit "Krach" gleichsetzten zu müssen an die CD herantritt, der wird seinen Spaß haben. Rockig, rhythmisch, frisch und innovativ: Hans konnte sich bei "M:i-2" einmal richtig austoben. Kleines Minus: Im Film hinken die E-Gitarren manchmal etwas hinter den Bildern her, und so emotional sind viele Szenen nun wirklich, als dass ein State-of-the-art Chor mal eben zum Weltuntergangs-Vocal ansetzen müsste (Beispiel: Tom Cruise hechtet in Slow-Motion an einer brennenden Tür vorbei).

Trotzdem: Sollte es auch einen dritten Teil geben, könnte es vielleicht heißen: "Zimmer, übernehmen Sie ein weiteres Mal ..."

 

 

 

 

 BEWERTUNG
4 von 6 Punkten

       

 

     

 

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