CD-Reviews
Score
composed by Hans Zimmer Additional Music by
Klaus Badelt, Jeff Rona, Heitor Pereira, Mel
Wesson

1. Hijack 2. Zap Mama "Iko-Iko" 3. Seville 4. Nyah (Film-Version) 5. Mission: Impossible Theme 6. The Heist 7. Ambrose 8. Bio-Techno 9. Injection 10. Bare Island 11. Chimera 12. The Bait 13. Mano a Mano 14. Mission: Accomplished 15. Nyah and Ethan
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Nachfolger gesucht: Nachdem
Danny Elfman zum ersten Teil von "Mission: Impossible"
den Score komponierte, tritt nun Hans Zimmer in dessen
Fußstapfen.
Unterstützt wurde er dabei von einer Reihe bekannter
Namen: in der "Mission: Impossible 2"-Band spielen unter
anderem mit Klaus Badelt (Gladiator, Der Eisbär),
Nick Glennie-Smith (The Rock, Der Mann in der eisernen
Maske), Lisa Gerrard (Gladiator), Jeff Rona (White
Squall, The Fan) oder Heitor Pereira (The Road to El
Dorado) zahlreiche Media Ventures Mitglieder und vorherig
kooperierende Musiker.
Der Track "Nyah" konnte bereits schon auf dem
Song-Sampler begutachtet werden, der vor dem Filmstart
erschienen ist - der jedoch hier in eine andere Version
arrangiert wurde.
Die "M:I-2"-CD produzierte Hans Zimmer persönlich,
der Chor wurde von Gavin Greenaway arrangiert und
dirigiert, orchestriert von Bruce Fowler.
Veröffentlicht wurde der Score 2000 von
edel/Hollywood Records - 45:52 min dauert die
Mission.
Bei Zimmer ist es immer wieder
Action, die zahlreiche Fans in Verzückung versetzt.
Die Folge: Der Name Hans Zimmer wird oft nur mit
kraftvollen Themen in Verbindung gebracht. War es Anfang
der 90er Jahre die Musik zum Ridley Scott Streifen "Black
Rain" oder mit "Crimson Tide" und "The Rock" die
auffälligen Themen mit schmachtenden Vocalchor, so
überraschte Zimmer bei "The Thin Red Line" mit eher
ungewöhnlich sensiblen Klängen. Nachdem mit
"Gladiator" zuletzt wieder kräftiges Kanonenfutter
präsentiert wurde, geht er mit "M:i-2" einen anderen
Weg, als man - mit jeder Menge (Action-) Vorurteile im
Kopf - erwarten konnte. Wie auch schon die Songs, die auf
einem separaten Song-Album erschienen sind, zeichnet sich
der Score durch sehr E-Gitarren lastige rockige, fast
schon mit Elementen aus dem Heavy Metal und Grunge
Bereich bestückten Klängen aus. Doch was ist das: Einige Tracks
präsentieren ein Flamenco und Latein-amerikanisches
Feeling, die zum Teil in Zusammenarbeit mit dem
Gitarristen Heitor Pereira entstanden sind und deshalb
auch ein wenig in Richtung "The Road to El Dorado"
tendieren (Pereira steuerte hierfür ebenfalls einige
Cues bei). Auf einen dunklen Männerchor
muss nicht verzichtet werden. Allerdings ist dabei der
Einsatz nicht derartig auf die epischen Themen fixiert
(die gibt es hier nämlich gar nicht) und darum auch
kaum oder gar nicht mit "The Rock" oder "Crimson Tide"
vergleichbar. Ganz
lustig: Zimmer baute den Song "Iko-Iko" vom Tom Cruise
Klassiker "Rain Man" (dessen Score auch Hans Zimmer
komponierte), in einer "etwas" geänderten (Text-)
Fassung in den Film ein. Lisa Gerrard, die auch schon bei
"Gladiator" mit ihren Vocals mitwirkte, steuerte diese
auch für einige "M:I-2"-Tracks bei. Dabei erinnert
dies zwangsläufig an ihr "Gladiator" Beitrag, was
wir aber für die Qualität des Scores nur
positiv vermerken, denn gerade der Track "Injection" ist
ein hörenswertes Highlight der CD. Dieser eher ungewöhnliche Hans
Zimmer könnte einigen Fans beim ersten hören
vielleicht etwas seltsam vorkommen. Zwar geht Zimmer mit
dieser CD nicht an das Limit seines Talents, doch
herausgekommen ist ein ordentliches Stück moderner
Filmmusik. Wer nicht mit dem Vorurteil, Synthesizer und
rockige E-Gitarren mit "Krach" gleichsetzten zu
müssen an die CD herantritt, der wird seinen
Spaß haben. Rockig, rhythmisch, frisch und
innovativ: Hans konnte sich bei "M:i-2" einmal richtig
austoben. Kleines Minus: Im Film hinken die E-Gitarren
manchmal etwas hinter den Bildern her, und so emotional
sind viele Szenen nun wirklich, als dass ein
State-of-the-art Chor mal eben zum Weltuntergangs-Vocal
ansetzen müsste (Beispiel: Tom Cruise hechtet in
Slow-Motion an einer brennenden Tür
vorbei). Trotzdem: Sollte es auch einen
dritten Teil geben, könnte es vielleicht
heißen: "Zimmer, übernehmen Sie ein weiteres
Mal ..."
Gibt es wirklich den
typischen Hans Zimmer Score ? Für manche ein rotes
Tuch, denn: Über Stil und öberflächliche
Hörgewohnheiten lässt sich schließlich
streiten. Trotzdem: Das ein oder andere Markenzeichen
muss er trotzdem hinterlassen haben. Anders kann kein
Komponist eine populäre Karriere aufbauen.
Angereichert wird dieses rohe Klangpacket mit einer Reihe
von elektronischen Instrumenten und Synthesizern, wobei
es im geringen Maße Ähnlichkeiten (hoppla:
jetzt packen wir mal selber das Schubladendenken aus) zu
Zimmer's "The Fan" Score gibt. Zimmer's Interpretation
von Lalo Schifrin's "Mission Impossible" Thema kracht
dann auch mit Hard-Rock Elementen recht frisch und
innovativ - bleibt jedoch ein nur in Verbinung mit dem
Filmkonzept eine wirklich passende Komponente. Denn:
Sensibel wird's hier nicht mehr.