Trevor Rabin
"Früher Rocker, heute locker mit Elektro-Beats"

hanszimmer-archiv.de präsentiert Komponisten im Portrait


Der Ja-Sager

Sieben Mal konnte Trevor Rabin Bruckheimer nicht's abschlagen

 

Trevor Rabin - in Südafrika 1954 geboren und aufgewachsen. Vor der Filmmusik tourte er von 1982 bis 1996 als Mitglied der Art-Rockband Yes durch die Lande. Schon damals gab es Kooperationen mit, und jetzt wird es interessant, Mark Mancina, der Anfang der 90er Jahre noch bei Media Ventures musizierte und seine Brötchen verdiente. Mancina produzierte bei Yes diverse Songs und packte auch musikalisch mit an.

Auch in die Welt der Filmmusik starte Trevor Rabin mit diversen Kooperationen mit Mark Mancina. Rabin spielte für Mancina's Twister an der Gitarre. Später übernahm Trevor Rabin den Action-Kracher Con Air und beendete den Score, weil Mark Mancina zeitgleich an Speed 2 für Jan de Bont komponierte.

 

Auch wenn Trevor viel mit Mark Mancina und später auch Harry Gregson-Williams kooperierte. Einen eigenen Raum in Hans Zimmer's Studio besaß Rabin bei Media Ventures nur während der Armageddon Scoring Session. Beleitet wird Trevor durch seinen Assistenten Paul Linford, der als Co-Produzent, Techniker, Score-Coordinator und Orchestrator bei fast allen Filmen mit dabei ist.


Zunächst als Glimmer Man

Erstes eigenes Filmprojekt war der Steven Seagal Film Glimmer Man. Ein solider Actionscore, bei dem jedoch eigentlich nur das Hauptthema so recht im Gedächnis blieb. Eine ausführliche Kostprobe gibt es davon bei den Eröffnungscredits im Film, eine Soundtrack-CD allerdings nicht.

Dafür steht die Soundtrack-Scheibe mit den Songs zum Hai-Thriller Deep Blue Sea  beim Platten-Dealer. Darauf gibt es neben Rap und HipHop, einen Scoretrack, mit dem sich Rabin-Fans schon einmal auf die, Score-CD (gibt's von Varese) einstimmen konnten. Für den LL Cool J Song Deepest Bluest fungierte Trevor als Co-Produzent und steuerte neben der E-Gitarre auch zusätzliche Programmings bei.

Trevor ließ es auch für Arnie krachen: Und zwar für den Arnold Schwarzenegger The 6th Day. Gewohnt actionreiche Passagen und vor allem das intensive und melodische Thema zu Arnie's Charakter prägen den Score. Kleinere Ähnlichkeiten zu Gone in 60 Seconds oder Enemy of the state Score sind zwar zu beobachten, störten aber offensichtlich nicht weiter.

Die Zusammenarbeit mit dem (Popcornkino)-Produzenten Jerry Bruckheimer (in den 80er Jahren noch gemeinsam mit Partner Don Simpsons) ist bei Media Ventures wirklich nichts besonderes. Trevor Rabin treibt das ganze aber noch auf die Spitze und definiert das Gesetz der Serie neu. Anbei haben wir das Dauerabo mit Jerry mal entschlüsselt:


Dauerabo mit Jerry

Also, angefangen hat alles 1996 mit Con Air - Mark Mancina begann die Komposition (eine Art Techno-Score mit E-Gitarren sollte es werden). Da Zeitgleich jedoch auch Jan de Bont für Speed 2 einen Komponisten suchte, gab Mancina sein Werk an Trevor weiter, der den Score beendete.

Der erste Score war eingeklimpert - schon wurde1998 Armageddon, gemeinsam mit Harry Gregson-Williams, bei Media Ventures eingespielt. Auf dem Pop'n'Rock Sampler des Soundtracks gab's zunächst nur eine etwa dreiminütige Suite, zum Videostart folgte die Score-CD, die allerdings nur Trevor's Musik enthielt und ohne HGW Action-Cues etwas unkomplett wirkte.

Noch im selben Jahr komponierte gleiches Duo (vielleicht im Doppelpack billiger) Tony Scott's Enemy of the state (Der Staatsfeind Nr.1), nur diesmal mit gleichberechtigten Credits. Trevor Rabin schrieb das Thema für den Will Smith Charakter, während Harry Gregson-Williams die Gene Hackman Parts vertonte.

Danach nahm sich Bruckheimer eine kreative Pause ('99 ohne Kinofilm), Trevor durfte hingegen bei Jerry's TV-Serie Soldiers of Fortune (Die Schattenkrieger) weiter den Synthesizer bearbeiten. Rausgekommen ist das Hauptthema zur Serie, die auch in Deutschland über die Mattscheibe flimmerte.

Kaum im neuen Jahrtausend angelangt, schien Jerry Bruckheimer im Jahr 2000 vielleicht schon den alten Zeiten hinterher zu trauern. Prompt drehte dieser nämlich das Remake Gone in 60 Seconds mit Nicolas Cage. Trevor Rabin wollte auch nochmal - und lieferte den Elektro-Score mit schneller E-Gitarre.

"Wie war das damals nochmal - vor ein paar Monaten": Dachte sich wohl Jerry Bruckheimer als es im selben Jahr um die Besetzung zu Remember the Titans ging. Das Drama mit Denzel Washington vertonte Trevor Rabin mit viel Orchester (und Samples) und gönnte dem Synthesizer (vielleicht defekt) eine Pause.

2001 hatte Hans Zimmer wieder etwas mehr Zeit für seinen alten Spezi Bruckheimer und vertonte Pearl Harbor und Black Hawk Down. Coyote Ugly wurde dagegen mit Songs und Score von einem anderen Trevor vertont - Trevor Horn, ein alter Hans Zimmer Kollege aus den legendären Buggles Zeiten. Dieser arbeitete schon, ebenfalls mit Zimmer, an der Robin Williams-Komödie Toys.

Trevor durfte erst 2002 wieder ran - Bad Company von Joel Schumacher lieferte wieder höchst solide Action-Kost. Hörbar als kurze Suite auf dem Song-Sampler des Soundtracks.

Fazit: Wir zählen durch und kommen auf sieben Mal Trevor & Jerry. Und weil auch 2003 keine Überraschungen ausgelassen werden, komponiert der gute Trevor zum Bruckheimer-Action-Komödien-Hüpfer Kangaroo Jack die musikalische Kost. Und solange es schmeckt, vergisst man auch gerne die einseitige Ernährung.

 


Scores (Projekte als Komponist)
Kangaroo Jack (2003)
The Banger Sisters (2002)
Bad Company (2002)
American Outlaws (2001)
Rock Star (2001)
The One (2001)
The 6th Day (2000)
Remember the Titans (2000)
Gone in 60 seconds (2000)
Whispers (1999)
Deep Blue Sea (1999)
Jack Frost (1998)
Enemy of the State - Der Staatsfeind Nr. 1 (1998)
Homegrown (1998)
Armageddon (1998)
Con Air (1997)
Glimmer Man (1996)

 
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