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CD-Reviews

 

The Rock
Score composed by Nick Glennie-Smith, Hans Zimmer and Harry Gregson-Williams

Additional music by Steven Stern and Don Harper

 

 

Track
Titel
Spielzeit
Bewertung

1.

Hummel Gets The Rockets

6:25

2.

Rock House Jail

10:12

3.

Jade

2:01

4.

In The Tunnels

8:40

5.

Mason's Walk - First Launch

9:34

6.

Rockets Away

14:25

7.

Fort Walton - Kansas

1:37

8.

The Chase

7:35

 

 

Hintergrund
 

Dumm gelaufen: Ursprünglich sollte Nick Glennie-Smith als alleiniger Hauptkomponist "The Rock" vertonen, jedoch war Produzent Jerry Bruckheimer mit dem Ergebnis (wenn man den Gerüchten glauben darf) wenig glücklich. Erst durch diesen Umstand kam es dazu, dass Glennie-Smith-"Mentor" Hans Zimmer und Media Ventures Kollege Harry Gregson-Williams an "The Rock" beteiligt wurden.

Des Weiteren waren einige weitere Komponisten aus den Media Ventures Studios ohne Credit an Tracks beteiligt, wie beispielsweise Don Harper, der jüngst auch an Mark Mancina's "Tarzan" Score arbeitete. "The Rock" lief mit großem Erfolg in den Kinos und selbst die Soundtrack-CD schaffte in Deutschland den Sprung in die Album-Charts.

 

 

CD-Kritik

 

Wer mit Score-Soundtracks nichts weiteres als langweilige Orchesterschulze, altmodische Klassik und ein gähnend lahmes Tempo verbindet, der liegt eh ziemlich weit daneben und sollte als Beweis  "The Rock" in den CD-Player laden.

Und der Leitspruch für den Silberlinge sollte heißen: Anspruch auf Sparflamme, volles Feuer für den Spaßfaktor . Wahrscheinlich von Jerry Bruckheimer selbst entwickelt (schließlich macht der Star-Produzent seit Jahren so erfolgreich Kasse). Denn dieser Soundtrack kümmert sich reichlich wenig um die imaginäre Bibel des Genres und bietet einen modernen und schnellen Action-Score. Das Hauptthema begleitet mit seichten Bläsern die Eröffnungssequenz, dabei kann die nette Mischung aus patriotisch und tragischen Klängen durchaus überzeugen. Mit simpel arrangierten, schnellen und rhythmischen Melodien (durch Streicher, Bläser, einem dunklen Chor, Synths und jeder Menge Percussions) einen Score zu schaffen, der einen breiten Geschmack zwischen Klassik und Pop-Heroik trifft. 

Damit wirklich keine Missverständnisse entstehen: ein traditionelles und anspruchsvolles Orchesterwerk ist nicht entstanden, dieses hätte allerdings auch kaum in den Bruckheimer-Popcorn-Blockbuster gepasst und außerhalb des Films nicht so viel Freude bereitet. Die Tracks gehen hervorragend ins Ohr, und so findet die CD speziell (aber nicht nur) bei einer jungen Zielgruppe ihre Hörer.

Mit "Jade" und "Fort Walton - Kansas" sind neben der ständig präsenten non-stop Actionparade außerdem zwei Tracks zum Verschnaufen dabei. "Jade" ist ein ruhiges Thema von Nick Glennie-Smith, welches mit Streichern und Flötenvariationen besticht. Bei "Fort Walton" sorgt der ruhige, aber melodische Gitarreneinsatz für die Untermalung in der Abschlußszenerie des Kinostreifens. Was an Actionpassagen auf der CD enthalten ist, lässt sich nur schwer zusammenfassen. Schon nach den ersten Cues brodelt der heimische CD-Player. Primär dominieren zwei Themen das musikalische Dauerfeuer: Eines für Hummell's "Marins", ein weiteres für Cage und Connery's "Eingreiftruppe" - eine einfache Rechnung, keine Frage.

In "The Chase" dürfte in den Media Ventures Studios schließlich der Synthesizer gequalmt haben, denn dieser Track legt ein halsbrechendes Tempo vor, um die "explosive" Verfolgungsjagd durch die Straßen San Franciscos zu begleiten. Mit dem gesampelten Vocalchor, der schon bei "Crimson Tide" thematisch auffällig wirkte, den zahlreichen Synthesizer-Effekten und den rockig angehauchten E-Gitarreneinlagen ist ein rasanter Mix gelungen. Auch wenn es einige Kritiker nicht hören wollen: "The Rock" setzte eine Duftmarke im Actiongenre.

Fazit: "The Rock" lieferte Zündstoff für ellenlange Diskussionen. So wie es bei simplen Orchestrierungen im Popcorn-Genre oft der Fall ist.  Die einprägsamen Melodien, das unglaubliche Tempo und der dynamische Rhythmus machen diese CD jedoch  zu einer Empfehlung für aufgeschlossene Soundtrack-Fans. Sicher kein Meisterwerk, dafür ein unkompliziertes Höralbum.

 

 

Gesamtbewertung
6 von 6 Punkten

 

 

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