Hans Zimmer
"Hans hat in der Filmmusik sein Glück gefunden"

hanszimmer-archiv.de präsentiert Media Ventures Komponisten im Portrait


Zimmer frei

Media Ventures: Viel Raum für Kreativität - Von den Buggles zum Oscar

 

Eigentlich hätte man es früh merken müssen. Wer schon als Kleiner den Klavierlehrer zur Verzweiflung bringt, in der Schule statt Bewunderung eher Stühle anzieht, der ist nicht unbedingt auf der Warteliste zum Klang-Talent. Trotzdem oder gerade deswegen hat er es weit gebracht. Hans Zimmer, der Name steht in Hollywood mittlerweile für Qualität, denn Hans hat in der Filmmusik sein Glück gefunden.

Die Musik lag ihm also schon damals im Blut - auch wenn das nicht allen sofort klar wurde. Geboren am 13. September 1957 in Frankfurt/Main zog es Hans bereits in jungen Jahren zunächst auf die Insel. In England baute er an seinem Abitur und landete später als Pioneer am Synthesizer. Nun wurde es poppiger - mit den Avantgarde-Gruppen "Krisma" und "Ultravox" ("Dancing with tears in my eyes") in denen Zimmer spielte. Einen echten Hit landete er mit den "Buggles", 1979 prognostizierten die nämlich "Video Killed the Radio Star". Zwar hatten sie damit nicht recht, musizierten sich damals aber locker in die Charts und waren (einer alten Legende nach) das erste Video, was der Musik-Sender MTV über die Mattscheibe flimmern ließ. Wer den alten Ausschnitt noch ausgräbt, kann im Video auch Hans Zimmer am Synthesizer erkennen. Neben diesem Volltreffer produzierte Zimmer auch das folgende Album "The Age of Plastic".

Zum Film ging es dann über Umwege - in dem Londoner Studio "Air Edel" komponierte Zimmer zunächst Werbe- und Radiojingles. Stanley Meyers, ein Veteran des Genre, der u.a. Deer Hunter komponierte, lieferte den Einstieg in die Filmmusik. Für Meyers jobbte Zimmer als Assistent und lieferte zu Eureka (von Nic Roeg) erste zusätzliche Musik. Filme wie Castaway und My Beautiful Laundrette folgten. 1987 produzierte er den Score für den Oscar-Gewinner Der letzte Kaiser (The last emperor), außerdem half er bei der Musik von Ryuichi Sakamoto and David Byrne mit technischen Arrangements aus.

Der Schritt über den großen Teich führte dann nach Hollywood - Miss Daisy und ihr Chauffeur war der erste große Streifen in der Traumfabrik. Der Durchbruch folgte kurz darauf mit der Musik zum Barry Levinson Drama Rain Man. Der Film sahnte bei den Oscars groß ab - machte Dustin Hoffmann und Tom Cruise zu Top-Stars.

  

Mit seinem Freund Jay Rifkin gründete er in Santa Monica das Studio "Media Ventures". Ein eigener Studio Komplex, nicht zu weit von den Büros der Hollywood-Produzenten, nicht zu dicht im lärmen Zentrum von Los Angeles. Viel Platz für Musiker und Equipment, denn die Synthesizer-Racks stapelten sich schnell bis unters Dach.


Oscar brüllt für den "Lion King"

Und auch für befreundete Komponisten und vielversprechende Talente hieß es - "Zimmer frei!". Einer davon, der in der Anfangszeit einen eigenen Composing Room erhielt, war Mark Mancina, der u.a. als Co-Produzent bei der Art-Rock-Gruppe Yes im Musik-Business tätig war.

Für Zimmer selber folgten Referenz-Scores im elektronischen Action-Genre. Black Rain, den er für Ridley Scott vertonte, nur ein Beispiel. Für dessen Bruder Tony schrieb er die Filmmusik zu Days of Thunder. Zwischen weiteren erfolgreichen Projekten wie Backdraft (für Ron Howard - das Main Theme "Burn it all" wurde lange Zeit regelmäßig in Kino-Trailern gesampelt ) und Thelma & Louise (wieder für Ridley Scott) blieb Hans seinem Ruf als Synthesizer Pioneer treu, half für Shirley Walker (seiner damaligen Orchestratorin) bei Batman und das Phantom als Synthesist aus. Mit seinem alten Buggles Kollegen Trevor Horn komponierte er 1992 die Musik zur Robin-Williams-Komödie Toys - Songs und Score bildeten ein verstricktes Gesamtkunstwerk, was allerdings mäßige Beachtung fand. Mit an Bord waren Künstler wie Frankie goes to Hollywood und Tori Amos.

Auch für die Werbung ließ sich Zimmer mit alten Kollegen ein - für die Marlboro Adventure Tour komponierte er den Song "Follow your dreams". Für die Sektmarke "Mumm" schrieb er einen Werbejingle. Preisverdächtig wurde es schließlich 1994 mit dem König der Löwen (The Lion King), den Disney brüllen ließ und für den Hans Zimmer mit dem Oscar (bester Score) ausgezeichnet wurde. Die Songs kamen von Elton John - Zimmer und John kooperierten bei The Road to El Dorado später noch einmal zusammen.

 


"Der schmale Grat" ein großer Schritt

1997 gründete Steven Spielberg das Filmstudio DreamWorks SKG - und verpflichete Hans Zimmer als Chefkomponist. Das Erstlingswerk The Peacemaker wurde natürlich prompt frisch im Amt von Zimmer vertont. Ein äußerst erfolgreiches Jahr folgte - denn mit Prince of Egypt (Der Prinz von Ägypten) und vor allem The Thin Red Line (Der schmale Grat), einem Kriegsdrama von Terrence Malick, ernete Zimmer Lob und zwei weitere Oscarnominierungen. Zwei zeitraubende Projekte, mit The Thin Red Line war er alleine ein halbes Jahr beschäftigt. Darum folgte '99 eine ruhige Zeit - das Thema zur RTL-Serie Die Motorrad-Cops und zum Action-Hohlkörper The Chill Factor waren da nur wenig anspruchsvolle Spaß-Veranstaltungen.

Bei Media Ventures haben sich mittlerweile die Komponisten-Räume vervielfacht. John Powell, Harry Gregson-Williams oder Jeff Rona stehen auf eigenen Füßen und sind mit eigenen Filmen beschäftigt. Dabei half das Mentor-Prinzip, mit dem diese im Haifischbecken Hollywood zu Wasser gelassen wurden. Denn: Hans fungierte bei den Filmen "seiner Jungs" als Produzent oder Sound-Advisor. Gladiator (2000 von Ridley Scott inszeniert) brachte mit Klaus Badelt einen weiteren "Hochkaräter" als Co-Komponist hervor. Lisa Gerrard ("Dead can Dance") steuerte die weiblichen Vocals bei, die bei Zimmer immer wieder eine wichtige Rolle spielen (die verstorbene israelische Sängerin Ofra Haza sang z. B. für Hans bei Prince of Egypt oder The Peacemaker).

Ein guter Zeitpunkt, um seine Werke auf die große Bühne zu schaffen, folgte Ende 2000. Hans Zimmer "Live in Concert" hieß es im belgischen Gent. Dort nämlich, beim Flanders Filmfestival, präsentierte Hans Zimmer Filmmusik erstmals bei einem Konzert auf einer großen Bühne und vor mehr als 3.500 Fans. Viele Gast-Solisten kamen, die wichtigsten Live-Cues aus einer steilen Karriere gab's vor die Ohren (mehr dazu in unserem Konzert-Special). Von Decca Records wurde das Ergebnis prompt auf eine CD gepresst, "The Wings of a film" der Titel.

 

Live und in Farbe - im belgischen Gent gab's ein Hans Zimmer Konzert als Weltpremiere. Unser Foto zeigt Hans nach getaner Arbeit beim Autogramm-Marathon.
Foto: (c) hanszimmer-archiv.de

 

Die Filme kann sich Zimmer mittlerweile aussuchen - neben großen Blockbustern wie Mission: Impossible 2, Pearl Harbor oder Hannibal folgen aber auch immer wieder kleine Streifen ohne großes Budget wie An Everlasting Peace oder Invincible.

 


 

Preis-würdiges (Nominierungen und Auszeichnungen als Komponist)

Spirit - Der wilde Mustang (Songs - GOLDEN GLOBE NOMINIERT / 2003)
Pearl Harbor ( Score - GOLDEN GLOBE NOMINIERT / 2002)
Gladiator (Score - OSCAR NOMINIERT / 2000)
Gladiator (Score - GOLDEN GLOBE AUSGEZEICHNET / 2000)
Gladiator (Score - GRAMMY NOMINIERT / 2000)
Prince of Egypt (Score - OSCAR NOMINIERT / 1998)
Prince of Egypt (Score - GOLDEN GLOBE NOMINIERT / 1998)
The Thin Red Line (Score - OSCAR NOMINIERT / 1998)
As good as it gets (Score - OSCAR NOMINIERT / 1997)
The Preachers Wife (Score - OSCAR NOMINIERT / 1996)
Crimson Tide (Score - GRAMMY AUSGEZEICHNET / 1995)
The Lion King (Score - OSCAR AUSGEZEICHNET / 1994)
The Lion King (Score - GOLDEN GLOBE AUSGEZEICHNET / 1994)
Rain Man (Score - OSCAR NOMINIERT / 1988)


 

(c) hanszimmer-archiv.de 2003
email:
contact us
+++ Hans Zimmer LINKS +++
News und Neuigkeiten
Übersicht aller Projekte
CD Reviews
Facts
FAQ - Häufige Fragen
Message Board
Hans Zimmer - Live in Concert


 

Zurück zur Hauptseite